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1.000 Beiträge. Und immer noch neugierig

1000 Beiträge auf dem . Als ich die Zahl gesehen habe, musste ich erst einmal im Archiv stöbern. Fast 18 Jahre stecken hier inzwischen drin. , , merkwürdige Fundstücke, e Gedanken und ziemlich viele Dinge, bei denen ich offenbar dachte: Das muss ich jetzt unbedingt jemandem zeigen. 

Die ältesten Beiträge im heutigen Archiv stammen aus dem Januar 2009. Damals hieß das Blog noch Netzartig. Im ersten erhaltenen Artikel über Konsumzeit, habe ich darüber nachgedacht, warum ich weniger fernsehe. Mein Problem: Die interessanten Sendungen liefen, wenn der Sender wollte. Ich hätte sie lieber dann gesehen, wenn ich Zeit hatte.

Heute klingt das fast niedlich. Damals war es ein Wunsch, über den sich ein Blogartikel schreiben ließ.

Überhaupt: 2009. Die Finanzkrise prägte die Nachrichten, Barack Obama trat seine erste Präsidentschaft an, und das mobile Internet war längst nicht so selbstverständlich wie heute. Seitdem haben Smartphones unseren Alltag umgebaut. Wir haben eine Pandemie erlebt, politische Hoffnungen und Ernüchterungen, neue Kriege und eine immer lautere öffentliche Debatte. Das Netz ist in dieser Zeit größer, mächtiger und kommerzieller geworden. Vertrauter eigentlich auch. Nur nicht unbedingt gemütlicher.

Beim Lesen der alten Texte begegnet mir trotzdem vor allem meine damalige Neugier.

Da war der Google Reader, in dem ich ungefähr 200 Blogs gesammelt hatte. RSS, Blogrolls, Trackbacks: Man entdeckte jemanden, las etwas Interessantes und verlinkte weiter. Mit Ein ♥ für Blogs wollte ich 2009 andere kleine Blogs sichtbarer machen. Ein sympathischer Gedanke, den wir ruhig wieder öfter aufgreifen könnten.

Und dann dieses Twitter.

In einem später wiederveröffentlichten Rückblick auf meine ersten Tweets von 2008 ging es noch um einen Twitterclient für mein Nokia N95. Meine Einschätzung lautete zunächst:

„Ich mag Twitter aber nicht. Trotzdem kann ein Test nicht schaden.“

Ein paar Wochen später konnte ich offenbar schon schlecht ohne. Das mit dem „nur mal ausprobieren“ zieht sich wirklich erstaunlich konsequent durch dieses Archiv.

Auch die Fragen kommen wieder. Schon 2011 habe ich damit experimentiert, kurze Statusmeldungen über das Blog laufen zu lassen. Am nächsten Tag wurde wieder umgebaut, weil der Feed vernünftig lesbar bleiben sollte. 2022 fragte ich in „Blogs, Blogs, Blogs," was von unseren Beiträgen bleibt, wenn ein sozialer Dienst verschwindet.

Heute verbinden wir Mastodon und Blog miteinander und überlegen erneut, welcher Inhalt wohin gehört. Fünfzehn Jahre später schraube ich also noch immer an einer ziemlich ähnlichen Idee.

Natürlich hat sich auch meine Sicht auf Technik verändert. 2010 war ich begeistert davon, meine Daten mit Dropbox in die Wolke zu schicken. Heute beschäftige ich mich mit eigener Infrastruktur, Immich und digitaler Unabhängigkeit. Die Begeisterung fürs Ausprobieren ist geblieben. Dazu sind Fragen gekommen: Wo liegen meine Daten? Wer entscheidet über den Dienst? Und komme ich da eigentlich wieder heraus?

Die jüngste Veränderung steht direkt vor Euch: Das Blog läuft inzwischen mit Go und SQLite, hat eine eigene Redaktion und ist mit Mastodon verbunden. Beim Umbau hat mir eine KI geholfen. 2024 fand ich es schon irre, mit ChatGPT einen kleinen Datenbank-Workflow zu bauen. Jetzt hat die beim Neubau meines Blogs mitgeschraubt. Ich finde das immer noch schwer zu fassen.

Es gab hier sehr geschäftige Jahre und lange ruhigere Phasen. Tausend Beiträge sind deshalb auch tausend unterschiedlich große Momentaufnahmen. Mal ein längerer Gedanke, mal ein Video, mal Musik, mal einfach etwas Schönes vor der Haustür.

Ich bin gespannt, was als Nächstes hier landet. Vermutlich wollte ich wieder nur kurz etwas ausprobieren.

Habt Ihr mal im Archiv gestöbert? Das ist recht schön geworden - wenn ich auch noch nicht alle kaputten Links gefunden habe.

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